Lieber Leser, liebe Leserin,
Zu oft ist es mir in meinem ersten Jahr als Veganerin aufgefallen, dass sobald man sagt „Ich esse keine tierischen Produkte“ die Fleischesser auf einmal meinen „Ich ess nur ganz wenig Fleisch!“.Sie fühlen sich sofort von Menschen, die sich Vegan ernähren, angegriffen. Es heißt, wir sind die Moralapostel und wir sollen aufhören zu missionieren. Bekehren will ich keinen. Ich  möchte niemanden dazu zwingen von heute auf morgen auf Fleisch zu verzichten, nur weil ich es getan habe. Alles was ich mir von euch wünsche, egal wie ihr euch ernährt, ist darüber nachzudenken, was ihr esst und konsumiert. Denn „Man ist, was man isst.“ 
Die Aussage „Boah, das könnt ich nie!“ kann man nur gelten lassen, wenn man es auch versucht hat, denn auch ein noch so kleiner Beitrag wie den Fleischkonsum einfach ein wenig zu reduzieren, kann schon ein großer Schritt in eine bessere Welt sein, wenn dies jeder tun würde.
 

3 Punkte zum Weiterdenken:

 

1. Massentierhaltung sollte nicht gefördert werden!

Mal ganz ehrlich: Die Illusionen von Kühen auf der Weide und Schweine die sich glücklich im Schlamm suhlen gibt es nur in der Werbung. 
In Wahrheit... 
  • werden Schweine auf Spaltböden in viel zu kleinen Boxen gehalten
  • bis zu 40 Millionen männliche Küken sterben jedes Jahr für unserer Frühstückseier
  • männliche Kälber und „trockene“ Milchkühe werden ausrangiert. 
Die Lebensqualität der Tiere wird maßgeblich durch unsere Genusssucht und Geiz-ist-Geil-Mentalität diktiert. 
Auch Milch ist nicht so moralisch rein wie die Farbe vermuten lässt: Damit eine Kuh überhaupt Milch geben kann muss ein Kälbchen geboren werden. Der Mensch ist das einzige Säugetier das die Milch von anderen Tieren trinkt (und diese als Lebensmittel verarbeitet). 
Dabei bekommt es uns gar nicht, denn ca. 75% der erwachsenen Weltbevölkerung ist laktose-intolerant. In Milch findet man übrigens auch Eiter, Blut, Schwangerschaftshormone, Opiate und Antibiotika-Rückstände. 
Diese Tiere wachsen auf, haben ständig Stress und werden mit Antibiotika behandelt um mögliche Krankheiten vorzubeugen. Dann geht es, für Hühnchen schon nach 8 Wochen(!) zum Schlachten.
„Viele können kein einziges Mal frische Luft atmen, bis sie für eine albtraumhafte Fahrt zum Schlachthof in Transporter gestoßen und gezwängt werden, oft unter extremen klimatischen Bedingungen und immer ohne Futter und Wasser. Die Tiere werden kopfüber aufgehängt und bekommen, oft noch bei vollem Bewusstsein, die Kehle aufgeschlitzt.“ 
(Quelle PETA)
Ist es verwunderlich, dass Krankheiten zunehmen, wenn Fleisch als Bestandteil unserer Nahrung durch diese Haltungsbedingungen nicht mehr gesund sein kann? Von den moralischen Aspekten ganz zu schweigen.
 
2. Umwelt 
 
Die Umwelt ist ein Thema dem man heute nicht aus dem Weg gehen kann. Dabei produziert nicht der Verkehr oder die Industrie den meisten Schaden an unserer Atmosphäre, sondern die Nutztierindustrie. Alleine 65% von Distickstoffoxid N20 (296x schädlicher als CO2) enstehen durch die Massentierhaltung!
Die Nutztierhaltung verbraucht 30% des gesamten Landes unserer Erde. Davon werden über 33% unseres anbaufähigen Landes für Futter benutzt. 70% davon waren ehemals ein Teil des Regenwaldes.
Es benötigt 20 Kilo Getreide und 15.000 l Wasser um 1 Kilo Rindfleisch zu produzieren. Käse ist leider nicht besser, ein Kilo Käse erzeugt eine CO2 Belastung von 71,4 gefahrenen Auto Kilometern. 
 
Die Fleischindustrie ist mitverantwortlich dafür, dass unser Wasser auf dem gesamten Planten immer mehr verdreckt.  
„Verantwortlich für diese Umweltschäden sind in erster Linien Phosphate und Nitrate, die von Schweinemästereien, Hühnerbatterien und anderen Massentierzuchtbetrieben durch die Abwässer in die Flüsse geleitet werden und somit nicht nur in das Grundwasser, sondern auch ins Meer gelangen.“ 
(Quelle Vegan.at)
Dazu kommt, dass wir mit unserer jetzigen Ernährung nicht nur die Umwelt kaputt machen, sondern auch Hunger in armen Ländern erzeugen. Der ehemalige UN-Sonderbotschafter macht diesen Sachverhalt noch deutlicher:
 „Die Weltlandwirtschaft könnte ohne Probleme 12 Milliarden Menschen ernähren. Das heißt, ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet.“ 
Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf Nahrung  (Stand: Feb.2011)
 
3. Gesündere und ausgewogene Ernährung
 
Eine vegane Ernährung wird von den meisten immer mit Mistrauen begutachtet – wo bekommst du dein Protein her? Pflanzliches Protein wird nicht so gut angenommen vom Körper wie tierisches. Vitamin B12 fehlt in der veganen Ernährung! Du bekommst ja gar kein Eisen!
Mit diesen Fragen, Sprüchen und Feststellungen wird man als Pflanzenfresser konfrontiert. Dabei ist jede Ernährung, wenn sie falsch ausgeführt wird, gesundheitsschädlich. Auch ein Alles-Esser kann Mangelerscheinungen in Vitamin D, B12 und Eisen haben. 
Wenn man vegan wird, beschäftigen einen diese Dinge. Man befasst sich intensiver mit der eigenen Ernährung und sorgt sich zunehmend um die eigene Gesundheit. Natürlich kann auch ein Veganer von Pudding und Nudeln satt werden, aber gesund ist es nicht. Hier eine kleine Zusammenstellung der wichtigsten Nährstoffe und wo man sie findet:
 
 
Nährstoff
Benötigte Tages Menge
Vorkommen in 100g
Vitamin D
5µg
Shittake Pilze 11µg,  Avocado 3,43µg,  Champignon 1µg
Calcium
800mg
Sesam 738 gm, Haselnuss 225mg, Sojabohnen 201 mg, Grünkohl 177 mg, Tofu fest 159mg, Rucola 160mg, Amaranth 214mg
Eisen
14mg
Linsen 8mg, Kichererbsen 6,1mg ,Tofu 5,4 mg, Erbsen 5,2 mg, Spinat 4,1 mg, Sojafleisch 11mg
Zink
10mg
Weizenkleie 13,30mg, Sonnenblumenkerne 5,1mg, Walnuss 2,7 mg
Selen
55µg
Paranuss 1917µg, Steinpilz 184µg, 
Weizenkeime 11µg
Omega 3 Fettsäuren
250mg
Leinöl 55000mg, Leinsamen 22813mg, Rapsöl 7000mg, Walnusse 9079mg
Vit C
80mg
Brokkoli 115mg, Paprika 100mg, 
Kiwi 80mg
Folsäure 
200µg
Hefeflocken 80µg, Walnüsse 77µg, 
Spargel 48µg
Magnesium
375mg
Kürbiskerne 402mg, Erbsen 118mg, 
Haferflocken 140mg, Naturreis 110mg
 
Mehr Infos gibt es auf Achtung, Pflanzenfresser!
 
Auch ein Blinder kann erkennen, dass man ohne Fleisch bei weitem nicht an Mangelernährung stirbt. Einzig und alleine Vitamin B12 sollte man supplementieren (entweder durch B12 angereichertes Essen oder durch Tabletten). Das einzige andere Lebensmittel das den Vitamin B12 Haushalt problemlos decken kann ist rohe, ungekochte Rinderleber (Mahlzeit, meine Freunde!). 

 

Solange es Schlachthöfe gibt wird es Schlachtfelder geben. 

Tolstoi

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